Im Norden Balis befindet der Küstenstreifen von Lovina mit seinem langgezogenen, schwarzen Lavastrand. Er eignet sich besonders zum baden und ist daher als Touristenzentrum bekannt. Ein besonderer Magnet ist das Revier der Delphine, welches per Bootsausflug angesteuert werden kann. So legen jeden Morgen vor dem Sonnenaufgang Fischerboote vom Strand ab, um zum so genannten "Delphine-Watching" zu starten.
In den meisten Fällen bekommt man Delphine zu Gesicht, da diese dort ihr Futterrevier haben und jeden Morgen "zum Frühstücken" an den vorgelagerten Riffbänken nach Essbarem schauen.
Ebenfalls interessant ist die Küstenstadt Singaraja, welche sich nur wenige Kilometer von Lovina entfernt befindet und die zweitgrößte Gemeinde der Insel ist. Singaraja hat eine wechselvolle Geschichte, die im besonderen mit der holländischen Besatzungszeit in Verbindung steht. Davon zeugen auch noch viele der Kolonialbauten, welche in der Stadt zu sehen sind.
Lange galt der Ort als holländische Garnisonsstadt, da der Raya von Buleleng, wie Singaraja früher hieß, ein Friedensabkommen mit den niederländischen Truppen geschlossen hatte, doch ging dieser an sich nur darauf ein, um die fremden Truppen, welche seine Stadt belagerten, zum Rückzug zu bewegen.
Auf der anderen Seite gilt der Ort aber auch als Zentrum des Widerstandes gegen die Kolonialherren. Diese bemühten sich zwar mehrmals durch Verhandlungen, die Herrscher der Insel zur Anerkennung der neuen Situation zu bewegen, doch fand der jüngere Bruder des Rajas von Buleleng und Karangasem, Gusti Ketut Djelantik dafür folgende, klare Worte: "Während ich lebe, wird die Hochherrschaft der Niederlande nie und nimmer in dem Sinne wie Sie es wollen, anerkannt. Niemals wird ein Mensch durch einen Papierfetzen der Herr über das Land eines anderen werden. Es ist besser die Schwerter sprechen zu lassen."
Und so kam es zu einem Krieg zwischen den Kolonialherren und der Insel Bali, der sich über 60 Jahre hinzog und schlussendlich in den bereits erwähnten Massenselbstmorden der einheimischen Bevölkerung seinen Höhepunkt fand.
Banjar und Air Panas
Im Ort Banjar liegt der einzige buddhistische Tempel Nordbalis. Die Hauptattraktion der Ortschaft sind jedoch die heißen Quellen "Air Panas", welche dort entspringen und in drei drei verschiedene Wasserbecken münden, die sich mit einer Wassertemperatur von 37 Grad Celsius hervorragend zum Entspannen eignen.
Kubutambahan
Ebenfalls erwähnt werden solle die Ortschaft Kubutambahan, in welcher sich der Tempel "Pura Meduwe Karang" befindet. Eine Besonderheit dieser Anlage ist ein in Stein gehauener Fahrradfahrer, dessen Abbild die Tempelmauer ziert. Die Geschichte besagt, dass es den holländischen Entdecker Nieuwenkamp darstellt, der 1904 die Insel mit dem Fahrrad befuhr. Dieses Fortbewegungsmittel, welches die Balinesen zuvor noch nie gesehen hatten, hat sie daraufhin so fasziniert, dass sie es in dem Relief verewigt haben.
Ulun Danu
Der malerische Tempel "Ulun Danu", erbaut 1633, liegt an der Südwestseite des Bratan-Kratersees, der sich in dem Kegel des erloschenen Vulkans Gunung Catur befindet. Das Wasser des Sees ist sehr trübe und vor allem sehr tief, was sicher aus der früheren, vulkanischen Natur hergeleitet werden kann. Das Besondere dieses Tempelkomplexes ist, dass sich dem Betrachter durch die exponierte Lage auf einer kleinen Anhöhe der Eindruck vermittelt, dass die gesamte Anlage auf dem Wasser treiben, ja geradezu schweben würde. Dies wird durch die Seerosen, welche sich in unmittelbarer Nähe befinden, noch verstärkt, wie man recht gut im oben stehenden Bild erkennen kann.
Durch seine Höhenlage von 1.200 Metern über dem Meeresspiegel herrscht in dem Tempel eine angenehme, klare Bergluft, die aber am Nachmittag auch merklich kalt werden kann, weshalb eine warme Jacke bzw. Hose bei einem Besuch nicht fehlen sollten.
Die kalte Luft eröffnen den dort lebenden Menschen andererseits aber viele Möglichkeiten, so finden sich auf den örtlichen Märkten Produkte, die man sonst im übrigen Teil Balis vergeblich sucht. Dazu zählen verschiedene Arten von Beeren, aber auch viele Orchideen, Lilien, Gewürze, Samen und frisches Gemüse, wie man es in Bedugul bekommen kann.
Batur-See
Eine weitere Sehenswürdigkeit des Nordens ist der Batur-See, welcher sich in einem der Krater des Vulkans Batur, gebildet hat. Er ist das größte Binnengewässer Balis.
Ursprünglich hatte der Gunung Batur, wie der Berg auch genannt wird, weitaus größere Ausmaße. Allerdings wurde bei einem Vulkanausbruch vor sehr langer Zeit das obere Drittel des Berges abgesprengt. Der dadurch entstandene Krater maß einen Durchmesser von 13,7 Kilometern. Während sich in der Caldera, wie ein solcher Krater auch genannt wird, eine neue Bergspitze herausbildete, die bis heute aktiv ist, füllte sich ein anderer Teil im Laufe der Zeit mit Wasser, was zu der Entstehung des Batur-Sees führte.