Im Osten Balis befindet sich u. a. das Distrikt „Karangasem“, dessen Hauptstadt die alte Residenzstadt Karangasem (heute: Amlapura) ist. Diese Region Balis ist im besonderen durch seine Frucht-Anbau, seine wunderschönen Reisterassen, seine schwarzen Sandstrände, seine Salzgewinnung und seine Berglandschaft, allen voran der 3.031m hohe Gunung Agung, bekannt.
Eingeteilt ist ist das Gebiet von Karangasem in 8 Unterbereiche, zu denen die Kreise (übersetzt: Kecamatan) Kubu, Rendang, Abang, Sidemen, Selat, Bebandem, Karangasem und Manggis gehören.
Zu den bekanntesten dieser Kreisen gehören Selat, Bebandem, Rendang, Karangasem und Manggis.
Selat und Bebandem sind bergige Regionen Balis, die direkt oder in unmittelbarer Nähe des heiligen Vulkans Gunung Agung liegen. Bezeichnend für diese Kreise sind ihren vielen Reisterassen und der Anbau der Salak-Frucht. Aber auch Durian und Rambutan gedeihen prächtig. Aufgrund ihrer Höhenlagen ist es jedoch auch möglich, europäische Agrar-Kulturen wie beispielsweise Karotten heranzuziehen.
Besakih
Der Gunung Agung, Sitz der Götter und symbolischer Mittelpunkt des Universums, hingegen gehört zu dem Kreis Rendang, in dem ebenfalls der wichtigste Heiligtum Balis, der Besakih liegt. Er gilt als das der Tempel der Tempel und wird somit als Muttertempel angesehen.
Die Geschichte dieses Tempels geht bis in die prähhinduistische Zeit zurück. So besagen einige Überlieferungen, dass ein Shiva-Priester bereits im 8. Jahrhundert n. Chr. eine hinduistische Kultstätte geschaffen haben soll, während andere Dokumente dieses Heiligtum erst mit dem 11. Jahrhundert in Verbindung bringen.
Allerdings besteht der Besakih nicht nur aus einer Anlage, sondern bildet vielmehr ein Konglomerat von verschiedensten Gebetsstätten, welche aus 30 Einzelkomplexen sowie 200 verschiedenen Bauwerken besteht und in welchem jede Fürstenfamilie, jede Berufsgruppe oder bedeutende Sippe und jede einzelne Dorfgemeinschaft ihren eigenen Schrein und Altar unterhält. Die Balinesen glauben, dass ihre individuellen Tempel auf diese Weise mit dem Muttertempel verbunden wären, womit der gesamte Komplex als Symbol für die Einheit der Hindu-Dharma-Religion gilt.
Neben dem jährlichen Tempelgeburtstag und den sonstigen Feierlichkeiten wird in der Anlage auch das Fest Eka Dasa Rundra abgehalten, welches dazu dient, das gesamte Universum symbolisch zu reinigen und so wieder den Einklang zwischen Gut und Böse sicherzustellen. Diese Zeremonie findet nur einmal alle 100 Jahre statt und bindet die gesamte Bevölkerung Balis ein. So auch 1963 geschehen, als das Fest willkürlich durch die indonesische Politik vorverlegt werden sollte. Dies ließen die Götter jedoch nicht zu und so kam es unvermittelt zu einem Ausbruch des Gunung Agung, welcher Unmengen von Lava auswarf. Dies geschah, während sich viele Menschen zwecks der Vorbereitung der Feierlichkeiten im Tempelbereich aufhielten. Wie durch ein Wunder teilte sich jedoch die Lava vor dem Heiligtum in zwei Teile und verschonte so die dort anwesenden Gläubigen.
Candi Dasa

Candi Dasa befindet sich im Kecamatan Karangasem, und ist ein idyllisches Fischerdorf, welches sich in den letzten Jahren immer mehr zum Touristenort entwickelt hat. Allerdings ist hier die Veränderung zwar stetig, aber zeitlos fortgeschritten, so dass die Region eher zu den kleinen Fremdenverkehrszentren Balis zählt und so das Ausmaß der Veränderungen noch immer überschaubar ist. So finden sich zwar heute überwiegend Hotels im Ort, welche jedoch häufig nur über 10 oder 20 Zimmer bzw. Bungalows verfügen. Dadurch ist das Gebiet auch weniger überlaufen als die Touristenzentren Lovina im Norden oder Kuta im Süden der Insel. Dies ist mit Sicherheit aber auch einer der Gründe, weshalb Candi Dasa überwiegend von Rucksacktouristen frequentiert wird, die weniger auf Bar- und Pub-Besuche aus sind, sondern einfach nur einen ruhigen Urlaub im kleinen Restaurants oder Hotelanlagen verleben möchten. Für die Waren des täglichen Bedarfs finden sich in der Ortschaft nur ein paar Supermärkte (der größte von Ihnen dürfte der ASRI-Shop am Eingang des Ortes sein, in dem man eigentlich alles bekommen kann), doch für größere Einkünfte bietet sich ebenfalls die nächstliegende Stadt Amlapura an.

Ohnehin eignet sich Candi Dasa bestens für Ausflüge in die nähere Region, bis hin zum Berg Gunung Agung, zu dem die Bergstrassen über Lampuyang und Selat führen. So führt der Weg über Bergstrassen, mit einmaligen Panoramas aufwarten und einen Einblick in die landschaftliche Schönheit der Insel Bali eröffnen.
Leider wurden in den letzten Jahrzehnten viele Korallenriffe, die als natürliche Barriere gegen die Wasserkräfte galten, vor der Küste von Candi Dasa zerstört, um daraus Kalkstein zu gewinnen. Nachdem deshalb vom örtlichen Strand nicht mehr viel übrig geblieben war und erste Grundstücke in Gefahr gerieten, entschied sich die Bevölkerung gegenzusteuern und errichtete Betonbuhnen, welche heute den Anblick des Strandes etwas trüben. Allerdings wird man am Abend dennoch für seine Entscheidung, in Candi Dasa zu verweilen belohnt, da man von dort einen wunderschönen Anblick des Sonnenuntergangs genießen kann.

Trotz des Raubbaus an den Korallenbänken von Candi Dasa bietet der Ort einen idealen Ausgangspunkt für Tauch- und Schnorchelfahrten zu einigen Revieren vor der Küste, zu denen täglich junge Männer mit ihren Fischerbooten aufbrechen. Tauchkenntnisse sind dafür nicht notwendig, da die Sichtweiten sehr gut, ja geradezu exzellent sind und sich bereits beim schnorcheln an der Wasseroberfläche bereits die faszinierende Unterwasserwelt erschließen lässt.
Ein weiterer Höhepunkt von Candi Dasa ist neben dem einmaligen Sonnenschauspiel auch die Lotus-Lagune, welche sich in etwa in der Mitte des Ortes befindet. Sie wirkt im Abendrot sehr malerisch. Viele einheimische Kinder nutzen sie, um abends in ihr zu baden, da sie durch die wärmenden Sonnenstrahlen des Tages sehr viel Energie gespeichert hat und somit eine angenehme Temperatur besitzt.
Gegenüber der Lagune, durch die Küstenstrasse getrennt, befindet sich die wichtigste Tempelanlage der Ortschaft. Zu ihr kommen kinderlose Paare, die Nachwuchs erbitten. Candi Dasa hat von dieser Gebetsstätte letztlich auch den Ortsnamen erhalten, da sich das Dorf um den Tempel herum entwickelt hat.
Ein weiterer bekannter Kreis ist Manggis, in welchem sich unter anderem die Ortschaften Padangbai, Ulakan, Manggis, Tenganan Dauh T und Tenganan Pegringsingan befinden.
Padangbai
Padangbai ist ebenfalls ein früheres Fischerdorf, das heutzutage jedoch insbesondere durch den Fährhafen bekannt ist, von dem die Schiffe zur benachbarten Insel Lombok ablegen. In den letzten Jahren hat sich der Ort rasant entwickelt. Das Fährterminal wurde ausgebaut, viele neue Häuser, Restaurants, Hotels und Geschäfte entstanden. Wurden vor einigen Jahren die ausfahrenden Fähren noch mit dem Lied „Vaya condios“ verabschiedet, hört man heute vorwiegend die Lautsprecherdurchsagen mit Ansagen der Hafenaufseher, die einen schnellen Be- und Entladevorgang sicherstellen sollen.
Dennoch hat der Ort einige wunderschöne Plätze anzubieten. Ein Höhepunkt ist eine kleine Lagune die sich abseits des Hafens hinter einem Berg, auf dessen Spitze der Tempel „Pura Silayukti“ thront, befindet. Sie besticht durch wunderbares, klares Wasser und liegt abseits des hektischen Hafentrubels. In dieser lässt weit besser schwimmen als in der stark befahrenen Bucht, da dort keine Schiffe vor Anker gehen.
Aber selbst im Hafenbecken, der Bucht von Padangbai kann man die Schönheit der Natur entdecken, wie auf dem oben stehenden Foto zu sehen ist. Nicht zuletzt dadurch, dass viele der Fischer noch ihre alten traditionellen Holzboote nutzen, die sogenannten „Jukung`s“, mit denen sich hervorragend segeln lässt. Duch ihre Ausleger zeigen diese , seit Jahrhunderten in dieser Form gebauten Schiffe, selbst bei hohen Wellen eine gute Stabilität.

Von Padangbai aus besteht die Möglichkeit mit der Autofähre nach Lombok überzusetzen. Viele Rucksacktouristen nutzen diese Möglichkeit, da sie weit günstiger ist als der Luftweg. Des weiteren kann diese Überfahrt zu einem angenehmen Erlebnis werden, da man die Möglichkeit hat, fliegende Fische, Delphine und manchmal auch Meeresschildkröten zu beobachten. Am imposantesten wirkt allerdings die Insel Bali selbst, da der Vulkan Gunung Agung von weiterem erst seine richtige Größe offenbart, die man von der Landseite her schwer einschätzen kann. Es ist ein majestätischer Anblick.
Diesen Anblick kann man jedoch auch erleben, wenn man sich einer der Tauch-Safaris anschließt, die täglich von Padangbai aus zu den vorgelagerten Tauch- und Schnorchelrevieren aufbrechen. Diese Fahrten dauern häufig 2-3 Stunden und eröffnen dem Besucher eine faszinierende Unterwasserwelt, welche aus einmaligen Korallenbänken, bunten Fischen, kleinen Muränen und einzigartigen Schwämmen besteht.
Tenganan
In der Nähe von Padangbai befindet sich die Ortschaft Tenganan, deren Bewohner sich selbst „Bali-Aga“ nennen. Die Einwohner sehen sich als Nachkommen der Ureinwohner Balis, denen es bis heute gelingt die alten, prähinduistischen Kulturelemente zu bewahren und so ihre eigenen Traditionen zu pflegen. Möglich wird dies durch ein strenges Adat, eine Art Parallelsystem neben dem eigentlichen, staatlichen Rechtssystem. So legt das Adat (die Tradition) Besitzverhältnisse, Rituale, Kleidungsvorschriften, Regeln für Feste und Heiratsbeziehungen, Austauschverhältnisse, Vererbungsregeln, Titel und Entscheidungsstrukturen in Gemeinden fest und stützt sich dabei auf Entscheidungen des Ältestenrats, der dem Adat vorsteht.

Diese Tradition bestimmt in Tenganan unter anderem, dass Dorfbewohner nur Dorfbewohner heiraten dürfen, was bedeutet, dass derjenige die Ortschaft verlassen muss, der sich einen Partner außerhalb der Dorfgemeinschaft sucht. Zwar steht es demjenigen frei, besuchsweise in den Ort zu kommen, allerdings muss er seinen Lebensmittelpunkt außerhalb des Ortes begründen.
Schaukämpfe gehören ebenfalls zur Tradition der Bali-Aga, die in diesen Turnieren gegenseitig ihre Kraft messen. Gleichzeitig dient dieser Brauch als eine Art Heiratsmarkt, da nirgendwo besser die Stärke eines Mannes zur Geltung kommt als in einem Kampf. Dazu benutzen die Kämpfer kakteenartige Pflanzenblätter, welche mit kleinen Stacheln versehen sind. Damit versuchen sie sich durch das Reiben der Pflanzenteile auf der nackten Haut des Gegners gegenseitig in die Knie zu zwingen. Dabei kann es dann auch zu oberflächlichen Verletzungen kommen, welche jedoch im Regelfall ungefährlich sind.
Weltweit bekannt ist Tenganan vor allem durch den bei vielen Sammlern außerordentlich geschätzten Geringsing-Stoff, welcher in dem sehr aufwendigen Doppel-Ikat-Verfahren hergestellt wird. Dieses Handwebverfahren kam bereits vor Jahrtausenden nach Indonesien und wird heutzutage nur noch in Tenganan verwandt. Diesen Stoffen wird eine magische Energie zugeschrieben, was sich nicht zuletzt an ihrem Namen erkennen lässt, da Geringsing auch mit „Krankheit abwehrend“ übersetzt werden kann.
Klungkung

Mit seinen 315 km² ist Klungkung der kleinste Regierungsbezirk von Bali, dessen Hauptstadt Semarapura ist. Das Distrikt Kungkung besteht aus einem Festlandbereich sowie einem der Insel Bali vorgelagerten Teil. Zu letzterem zählen die nahegelegenen Inseln Nusa Penida, Nusa Lembongan und Nusa Ceningan, die verwaltungstechnisch dem Kabupaten Klungkung zugeordnet wurden. Bekannt wurde Klungkung im Besonderen durch seinen Palast, der mit der Gelgel-Dynastie über 200 Jahre eine der bedeutendsten Königsfamilien der Insel beherbergte. Dies wurde jedoch 1908 urplötzlich durch einen rituellen Massenselbstmord, den Puputan, beendet. Ein entscheidender Auslöser war das Bergungsrecht für gestrandete Schiffe, das Strandrecht. Dieses regelt, wem die Ladung eines verlorenen Schiffes, welche an Land gespült oder im Wasser treibend vorgefunden wird, zusteht. Nach balinesischen Recht konnte der Finder des Treibgutes dieses für sich allein beanspruchen. Problematisch war jedoch, dass viele der Händler, die ihre Schiffe vor der indonesischen Küste verloren, Ansprüche bei den Kolonisten geltend machten, was diese verständlicherweise verstimmte. So wurden Diplomaten nach Bali entsandt, um mit den Rajas der Insel eine Einigung zu erzielen, die die Rückgabe von Strandgut vorsah. Einige Fürsten in Bali schlossen mit den niederländischen Besatzern Verträge, die die Plünderung gestrandeter oder zerschellter Schiffe unter Strafe verbot, andere Königshäuser erachteten das Strandrecht jedoch als eine jahrhundertealte Tradition, die nicht einfach abgeschafft werden könne, nur weil die Kolonialherren sie für problematisch hielten. Als Verhandlungen in einigen Teilen Balis jedoch misslungen, setzten die Niederlande auf militärische Präsenz und entsandten Tausende Soldaten, um ihre Forderungsansprüche durchzusetzen und die einheimische Bevölkerung unter Druck zu setzen. Zunächst versuchten die Balinesen sich zu wehren, kamen jedoch gegen die gut bewaffneten, holländischen Truppen nicht an und so entschieden sich der Hofstaat und sein Gefolge für den einzigen noch gangbaren Weg, um einer Entrechtung zu entgehen, den Puputan und so staben hunderte von Inselbewohnern in einer einzigen Nacht.

Während der Massenselbstmord zelebriert wurde, beschoss das koloniale Militär den Königspalast Puri Agung, der durch die Angriffe nahezu völlig zerstört wurde. Heute sind nur noch das Eingangstor und die Gerichtshalle erhalten, die auf die damaligen Zeit hinweisen.
Die Kerta Gosa, die Gerichtshalle wurde im 18. Jahrhundert errichtet und diente dem königlichen Gerichtshof als Sitzungsplatz. Schnell erlangte diese Institution, welche aus jeweils 3 Richtern und Beisitzern bestand, eine überregionale Bedeutung und entwickelte sich schließlich zum Obersten Gericht Balis. Entscheidend dazu beigetragen haben dürfte die Tatsache, dass die Insel zwar aus mehreren Fürstentümern bestand, die stets neue Bündnisse eingingen, alle von ihnen jedoch den Raja von Klungkung als mächtigen Herrscher akzeptierten und respektierten. So wurden hier neben örtlichen Streitigkeiten auch Rechtsfragen anderer Distrikte geregelt, falls die dort tätigen Stadt- und Dorfgerichte keine abschließenden Urteile fällen konnten.

Berühmt ist die Halle, welche auf einer kleinen Insel eines künstlichen Sees angelegt wurde, wegen ihrer einzigartigen Malerei. Diese zeigten dem Angeklagten direkt, welche Strafen ihn für die Verfehlungen erwarten würden. So wurden beispielsweise Ehebrechern die Genitalien verstümmelt oder Dieben ein Bad in einem Kessel kochenden Wassers zuteil.
Im Gegensatz dazu zeigt der obere Teil der Decke die Freuden des Himmels, die redlichen Menschen erwarten, wenn sie sich in ihrem Leben an Ordnung und Gesetz orientieren. Insoweit hatten diese Illustrationen ebenfalls einen erzieherischen Charakter, da dem Beschuldigten Ziele im Falle der Besserung aufgezeigt werden konnten.
Diese Zusammenstellung von Gemälden verdeutlicht einmal mehr die balinesische Weltanschauung, die bemüht ist, das Gute und Böse im Kosmos in Einklang zu halten in dem Wissen, dass die eine ohne die andere Welt nicht existieren kann. Vielmehr bedingen sich für die Inselbewohner beide Seiten und können ohne einander nicht fortbestehen.
Nusa Penida
Nusa Penida ist eine weitgehend touristisch noch unerschlossene Insel, die den Verwaltungsbezirk Klungkung zugeordnet ist und somit ebenfalls zu Bali gehört. Die Gegenwart dieser großen „Schwester“ ist überall spürbar, so ist auch die hiesige Bevölkerung hinduistischem Glaubens und die Architektur identisch. Nicht zuletzt die weithin sichtbare Vulkanberg Gunung Agung der Hauptinsel lassen einen nicht vergessen, dass es sich hier um einen Teil Balis handelt.
Die Insel ist mit einem kleinen Auslegerboot von dem Lava-Strand Kusamba in ca. 40 Minuten zu erreichen oder per Speed-Boot ansteuerbar, welches von Benoa etwa 30 Minuten benötigt. Den größten Zeitaufwand nimmt die Roll-On-Roll-Off-Fähre ab Padangbai in Anspruch, die jedoch weit günstiger ist als das angesprochene Schnellboot und weniger Schiffsbewegungen mit sich bringt als das oben erwähnte Auslegerboot. Sie ist somit die beste Alternative, wenn Sie günstig und komfortabel reisen möchten.
Gekennzeichnet ist Nusa Penida von sehr festem und weitverbreiteten Karstgestein, was das Leben auf der Insel für die einheimische Bevölkerung nicht einfach macht. Diese lebt zum großen Teil vom Fischfang wie auch der Landwirtschaft und baut in vielen Teilen der Insel vor allem Gewächse an, die wenig Wasser benötigen, da Nusa Penida über nur sehr wenige Süsswasservorräte verfügt. Daher sind hier überwiegend Bananen, Chili-Felder und Gemüsesorten zu finden.
Zwar gibt es auch einige Hotelanlagen in Nusa Penida, welche jedoch sehr übersichtlich sind, da die geringen Wasservorkommen keine großflächigen Bebauungen zulassen. Daher verfügt die Insel auch über kein funktionierendes Subak-System (Wasser-System) wie beispielsweise die Hauptinsel und kann dadurch auch nicht mit den kunstvoll angelegten Reisterrassen punkten. Dennoch ist auch hier terrassenförmiger Anbau zu erkennen, was daran liegt, dass dort in der Vergangenheit sehr wohl Reissorten ausgesät wurden. Da der Reis jedoch zu der damaligen Zeit ausschließlich mit Regenwasser bewässert wurde, entschieden sich die Inselbewohner irgendwann, die bestehenden Pflanzungen durch weniger wasserintensive Nutzpflanzen zu ersetzen.

Dieser Mangel hat jedoch dazu geführt, dass dieses Kleinod seine Ursprünglichkeit gegenüber der eigentlichen Insel Bali bewahrt hat und ein Inselleben aufzeigt, wie es dort einmal vor 20 Jahren gewesen ist, einem Sternenhimmel, der nicht durch den hellen Schein der Neonlichter verfälscht wird oder eine abendliche Geräuschkulisse, die nicht von stetigem Motorengeheul durchdrungen wird.
Und vielleicht gerade wegen dem noch nicht vorhandenen Massentourismus lassen sich auch auf dieser Insel wunderschöne, ruhige Plätze finden, wie der Wasserfall …...... oder die Tempelgrotte ........, welche zu Heiligtümern geworden sind. Zum anderen liegen vor Nusa Penida wunderschöne Korallenriffe, die Tauchern einen einmaligen Einblick in die Indonesische Unterwasserwelt bieten. Es ist ein Paradies, das aufgrund des geringen Wasservorkommens jedoch teuer bezahlt werden muss.
Goa Lawah
Unweit von Klungkung, im Kreis Darwan, befindet sich der Ort Kusamba, welcher für seine Meersalzgewinnung bekannt ist. So wird dort direkt am schwarzen Lavastrand das weiße Gold des Indischen Ozeans gefördert, indem das Wasser in Holztrögen der Verdunstung ausgesetzt wird. Durch den Verdunstungsprozess verflüchtigt sich schrittweise das Meerwasser und hinterlässt Salzablagerungen, die nach einer letzten Trocknungsphase zur Speisenabschmeckung genutzt werden können.
Gegenüber des schwarzen Lavastrandes befindet sich die weitgehend unerforschte Fledermaushöhle „Goa Lawah“ mit ihrem heiligen Tempel. Sie wird deshalb so genannt, weil sich in ihr unzählige, heilige Fledermäuse tummel, wenngleich diese in einer Gemeinschaft mit mehreren Schlagen leben, welche auch verehrt werden. Letztere sind bedeutsam, da sie mit der kosmischen Schlange „Naga“ verglichen werden, welche im Hinduismus eine große Rolle spielt.

Das Heiligtum gehört zu einem der wichtigsten Tempeln Balis, da es für die einheimische Bevölkerung mehrere Bedeutungen hat. Die erste ist vor allem weltlicher, die andere mehr spiritueller Natur. So hatte sich ein Teil der balinesischen Kämpfer, die bereits im Jahre 1849 gegen holländische Soldaten antraten in dieser Höhle verschanzt und von dort aus den Widerstand gegen die feindliche Militärinvasion organisiert, welcher auch Erfolge zeigte. Insoweit gibt die Höhle als Zeichen aktiven Widerstand gegen die Unterdrückung der niederländischen Kolonialmacht.
Andererseits gilt sie als Verbindung zwischen den Gegenpolen Land und Meer, Gut und Böse, da die Balinesen glauben, dass sie sich über verzweigte Gänge bis zum Besakih-Tempel am Vulkanberg Gunung Agung erstreckt. In dieser Konstellation entspricht das Meer dem Bösen und das Land dem Guten, da die Meereswelt gleichbedeutend mit der Unterwelt ist.
Aus diesem Grund werden im Fledermaustempel auch die aschernen Überreste von Verstorbenen gesegnet, bevor sie ihre letzte Reise durch den Ozean der Unterwelt beginnen, indem ihre Asche dem Meer übergeben wird.