Typisch für Indonesien sind die Gamelan - Orchester. Sie begleiten sowohl Feste und religiöse Riten wie auch Tänze und Theater. Diese Musikart stammt aus vorhinduistischer Zeit und ist auf Bali und Java beheimatet, von wo sie sich dann über ganz Indonesien verbreitete. Im Unterschied zum javanischen Gamelan, welcher eher traurig oder ruhig klingt, ist der balinesische sehr virtuos und beschwingt.
Die Gamelanmusik unterscheidet sich von der europäischen Musik darin, dass sie nicht aus einem Achttonsystem besteht, sondern aus unterschiedlichen Tonsystemen. Überwiegen tun das Fünf- und das Siebentonsystem. Das Gamelan ist polyphon, dass heisst mehrstimmig. Kein Instrument kann als Soloinstrument fungieren. Nur im Zusammenspiel ist es möglich, der Musik ihren Charakter zu verleihen. Zu einem kompletten Orchester gehören etwa 30 bis 40 Musiker, die verschiedene Xylophone, Rasseln, Trommeln, Gongs, Flöten und geigenähnliche Streichinstrumente spielen.
Das Gamelan kommt als Begleiter bei einer Wayang-Vorstellung zum tragen. Bei grossen Ereignissen können sogar zwei Orchester eine Theatervorstellung untermalen. Die Instrumente im Fünftonsystem unterstreichen dann die heiteren, festlichen Szenen und die im Siebentonsystem kennzeichnen melancholische sowie ernste Passagen.