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Aurora

Die "Aurora" ist ein Geschützter Kreuzer bzw. Panzerdeckkreuzer der Pallada-Klasse, welcher am 23.05.1897 (04.06.1897 nach dem gregorianischen Kalender) auf der Neuen Admiralitätswerft in Sankt Petersburg auf Kiel gelegt wurde. Der Stapellauf fand am 11.05.1900 (nach dem gregorianischen Kalender 24.05.1900) statt und die Indienststellung erfolgte am 16.07.1903 (20.07.1903 gregorianisches Datum). Die "Aurora" besitzt eine Länge von 126,8 Metern, eine Breite von 16,8 Metern und einen Tiefgang von 7,3 Metern. Damit zählt sie allerdings nicht zu den Panzerkreuzern, da diese größer und stärker gepanzert sind. Das Schiff wurde als russisches Kriegsschiff für der ehemaligen zaristischen Marine konzipiert, bot Platz für 578 Mann Besatzung und konnte eine Geschwindigkeit von bis zu 19 Knoten erreichen. Sie gilt heute als das Symbol der Oktoberrevolution von 1917 und steht unter Denkmalschutz.

Während ihrer Dienstzeit wurde die "Aurora" in verschiedenste militärische und nichtmilitärische Missionen entsandt. Einer der Einsätze begann am Anfang des Russisch-Japanischen Krieges im Jahre 1904, als das Schiff dem 2. Pazifikgeschwader zugeteilt wurde, welches die Kriegseinsätze im Fernen Osten unterstützen sollte. Doch bereits auf der Hinfahrt gab es erste Probleme, als russische Schiffe u.a. die "Aurora" verwechselten und unter Beschuss nahmen. Dabei gab es Verletzte. Unter ihnen war auch der Schiffspriester, welcher durch einen Granatentreffer seinen Arm verlor und wenig später den Verwundungen erlag. Dieser Vorfall ging als Doggerbank-Zwischenfall in die Geschichte ein. Trotz dieses Ereignisses setzte das Geschwader seinen Weg fort, um die Hafenstadt Port Arthur von der japanischen Belagerung zu befreien. Dies gelang jedoch der russischen Flotte nicht und so unternahmen die verbliebenen Schiffe den Versuch, nach Wladiwostok durchzubrechen, was aber misslang und am 27. / 28. Mai 1905 in der Seeschlacht von Tsushima endete, die zur fast vollständigen Zerstörung der russischen Kriegsflotte führte. Nur die "Aurora" und zwei weitere Schiffe konnten sich daraufhin in den neutralen Hafen von Manila absetzen, wo sie auf Befehl des Zaren kapitulierten und bis zum Ende des Krieges vor Anker lagen.
Nach dem Kriegsende im Jahre 1906 kehrte die "Aurora" nach Russland zurück und wurde nach Demontage der Waffensysteme als Marineschulschiff eingesetzt. Darüber hinaus nahm sie in der Zeit von 1907 – 1914 an unterschiedlichsten Expeditionen teil, die sie in die Ostsee, das Mittelmeer und den Indischen Ozean führten. Im Jahre 1908 war die Besatzung beispielsweise an den Rettungsarbeiten in dem von einem schweren Erdbeben zerstörten Messina beteiligt.
Im ersten Weltkrieg wurde die "Aurora" als Kriegsschiff mit neuen Waffen ausgerüstet und in den Wachdienst übernommen, wo sie die russische Infanterie im Ostseeraum unterstützte. 1916 wurde sie jedoch nach Sankt Petersburg zurückbeordert, um Reparaturarbeiten durchführen zu lassen. Da ein Teil der Besatzung mit den Bolschewiki sympathisierte, engagierte sich die Besatzung sowohl während der Februar- als auch der Oktoberrevolution. Entscheidend war ihr Einsatz im Oktober 1917, als mit einem Schuss aus der Bugkanone der Sturm auf das Winterpalais, der Sitz der damaligen provisorischen Regierung in Sankt Petersburg, eingeleitet wurde, was als Beginn der Oktoberrevolution zu sehen ist.
Ab 1923 übernahm die Baltische Flotte die "Aurora", die sie erneut als Marineschulschiff einsetzte. In der Folgezeit machte das Schiff Ausflüge den Ostseeraum, welche sie auch nach Norwegen und Schweden führte.
In der Zeit der Belagerung durch die deutsche Wehrmacht während des zweiten Weltkrieges wurden die Waffensysteme des Schiffes demontiert und zur Verteidigung der mittlerweile umbenannten Stadt Leningrad eingesetzt. Das Schiff lag daraufhin zunächst ohne besondere Aufgabe im Hafen von Sankt Petersburg, wo es am 30.09.1941 nach einem Beschuss durch deutsche Flugzeuge schwer beschädigt wurde und anschließend versank. Doch bereits am 20.07.1944, also noch vor dem Ende des zweiten Weltkrieges, wurde entschieden, das Schiff zu heben und wieder schwimmfähig zu machen, da es als Nationalsymbol der Sowjetunion eine wichtige Bedeutung hatte. Die Instandsetzung dauerte von 1945 – 1947 an. Nachdem diese abgeschlossen war, erhielt das Schlachtschiff am 17.11.1948 seinen „ewigen Liegeplatz“ vor der Kadettenakademie der russischen Marine am Ufer der Newa. Dort diente es bis 1961 als Ausbildungsschiff der sowjetischen Nachimow-Marineschule.
Außerdem beherbergt der Kreuzer seit 1957 ein Museum, dass über die Geschichte der "Aurora", der Seefahrt und der Marine berichtet und Interessierten kostenlos offen steht. Die Symbolik für die russische Marine ist auch daran zu erkennen, dass das Schiff bis heute als Veranstaltungsort für militärische Zeremonien und Gelöbnisse gilt.
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