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Moskau

Strippenbus im Zentrum

Moskau ist die Hauptstadt Russlands und mit etwa 10,5 Millionen Einwohnern in der unmittelbaren Stadt bzw. noch einmal ca. 14,5 Millionen Menschen im Einzugsgebiet die größte Stadt Europas. Erstmalig wurde die Stadt 1147 namentlich erwähnt, indem der Gründer Moskaus Juri Dolgoruki (1090-1157), Großfürst von Kiew, seinen Verbündeten, den Fürsten von Nowgorod-Sewerski, zu einem Festmahl an die Moskwa einlud.

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Mittlerweile zählt die Metropole eine Bevölkerungsdichte von annähernd 9.500 Einwohnern je km², womit Moskau auch eine der dichtbesiedeltsten Städte weltweit sein dürfte. Allein dies hat in den letzten Jahren zu einem geradezu inflationären Anstieg der Mietpreise geführt, selbst wenn die Wohnungen seit Sowjetzeiten nur wenig modernisiert worden sind. Appartements, die bereits westlichen Standart haben, sind insofern für die arbeitende Bevölkerung Moskaus kaum zu bezahlen. So liegt der durchschnittliche Verdienst der Landbevölkerung bei 80-100 Euro im Monat, in der Hauptstadt erwirtschaftet eine Familie ca. 400-800 Euro monatlich.

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Stark zugenommen hat die Anzahl der Millionäre in Moskau. Lag die Anzahl während der Zeit der Sowjetunion im zweistelligen Bereich, waren es bis zur Wirtschaftskrise nach russischen Medieninformationen 74 Milliardäre und annähernd 400.000 Dollar-Millionäre, davon ca. 88.000 allein in Moskau. Zwar haben viele von ihnen infolge der globalen Krise in den Jahren 2008/2009 Unmengen von Geld verloren (bis zu 90 Prozent ihres Vermögens), doch hat Russland damit nicht seine wirtschaftliche Elite eingebüßt. Vielmehr hat sich nur deren Anzahl reduziert. So zählt Russland derzeit nur noch 27 Milliardäre. Ein nicht unerheblicher Teil dieser "Super-Reichen" gehört der Oligarchie an, einer Klasse die nur auf ihr Eigenwohl orientiert ist und sich somit von der Aristokratie unterscheidet, welche das Gemeinwohl verfolgt. Zwar haben sich die Oligarchen aus der Aristokratie entwickelt, doch stellen sie eine Entartung dieser Klasse dar. Von ihnen wird angenommen, dass sie in den Zeiten der auseinanderbrechenden Sowjetunion durch unsaubere Methoden und Geschäfte zu einem sehr großen Vermögen sowie politischem Einfluss gekommen sind und diesen ausschließlich für sich selbst verwenden.

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Trotz dieser Tatsache hält Russland auch weiterhin an seinen alten Werten fest. Möglicherweise gerade der Gegensatz zwischen Reich und Arm ist der Grund für die Aufrechterhaltung der sowjetischen Wertvorstellungen, wünschen sich doch annähernd 30 Prozent der Bevölkerung eine Situation, wie sie zuletzt unter L. Breschnew bestanden hat und Russland noch einen sozialistischen Charakter hatte. So werden die Gräber der sowjetischen Staatspräsidenten J.W. Stalin, L. Breschnew und J. Andropow weiterhin gepflegt und auch die unzähligen Denkmäler, welche für Lenin oder Marx errichtet worden sind, werden erhalten. Eine ähnliche Hysterie im Bezug auf Neubenennungen von Strassen und Plätzen wie nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland gab es allerdings in Moskau nicht. So wurden lediglich nach der Stalin-Ära unter Chruschtschow einige Veränderungen vorgenommen.