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Roter Platz

Der Rote Platz mit der Basilius-Kathedrale

Eines der markantesten Wahrzeichen Moskaus ist der Rote Platz (Krasnaya Ploschtschad). Genau genommen ist diese Übersetzung allerdings falsch. Da jedoch im Russischen das Wort "krasnaya" sowohl schön als auch rot bedeutet, entwickelte sich mit der Zeit aus dem schönen ein Roter Platz.

Laut verschiedenster Chroniken wurde der Rote Platz durch Fürst Iwan III. (1440-1503) geschaffen, der im 15. Jahrhundert die dort befindlichen Holzhäuser abreißen ließ, da diese durch zahlreiche Brände die Sicherheit des Kremls gefährdeten.

So wurde an dieser Stelle eine Freifläche geschaffen, die zunächst dem Handel als Markt galt. Im Zuge dessen fand die Umgestaltung des Areals zu einem Platz statt, der sich seit etwa dem 17. Jahrhundert unter der Bezeichnung "Krasnaya Ploschtschad" in den Aufzeichnungen wiederfindet.

Woskresenskije - Tor

Woskresenskije-Tor + Iwerskaya-Kapelle

Von Norden kommend betritt man den Roten Platz durch ein Tor, das sogenannte Woskresenskije Tor. Noch davor findet sich eine kleine Kapelle, die den Namen Iwerskaya Kapelle trägt. Beide Bauten wurden im Jahre 1931 zerstört und nach dem Zerfall der UdSSR im Jahre 1996 wiedererrichtet.

Historisches Museum

Marschall Schukow vor dem Geschichtsmuseum

Unmittelbar neben dem Tor befindet sich das Historische Museum Moskaus, dessen Vordereingang von einer Statue des Marschall Georgi Konstantinowitsch Schukow (1896-1974) flankiert wird. Marschall Schukow machte sich bei der Verteidigung Moskaus im Jahre 1941 verdient und galt als entscheidender Sieger bei der Schlacht um Berlin im Jahre 1945. So nahm er als Vertreter der Sowjetunion die bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht und aller anderen Teilstreitkräfte am 08.05.1945 in Berlin entgegen.

In den Räumen des historischen Museums befinden sich etwa 250.000 Exponate, die die Geschichte Russlands seit dem 10. Jahrhundert nach Christi wiederspiegeln. So sind hier neben vielen Kleidern, Gebrauchsgegenständen aus Keramik, Waffen und Möbeln auch Bücher, Karten, historische Photos, Münzen und Edelsteine zu sehen. Das Gebäude wurde im Jahre 1871 auf Geheiß des damaligen Zaren Alexander II. errichtet und unter der Regentschaft seines Sohnes eröffnet. Bis zum Jahre 1917 trug das Museum ebenfalls den Namen des Zaren, bevor es im Zuge der Oktoberrevulotion zum Nationalen Museum der Geschichte wurde.

Kasaner-Kathedrale

Abiturientinnen vor der Kasaner-Kathedrale

Direkt gegenüber des Historischen Museums befindet sich die Kasaner-Kathedrale, welche ebenfalls während der Sowjetzeit zerstört und im Jahre 1996 neu erbaut wurde.

GUM

Das Kaufhaus GUM

An der Nordostseite des Platzes findet sich das größte und luxuriöseste Einkaufszentrum Russlands. Es ist das GUM. Es zählt zu den größten der Welt und wurde im Jahre 1888 im Auftrage des Zaren als Moskauer Handelshaus errichtet. Im Jahre 1917 erhielt es dann den Namen GUM, welcher damals für die Abkürzung "Staatliches Kaufhaus" stand. Zwar hat sich die Abkürzung GUM bis heute erhalten, allerdings hat der Buchstabe "G", welcher seinerzeit den staatlichen Besitz anzeigte, mittlerweile eine andere Bedeutung.

Das GUM innen Das GUM innen

Auch das Warenangebot hat sich seit dem Zerfall der Sowjetunion grundlegend geändert, so dass hier heute nur noch westliche Labels firmieren. Dies führte jedoch dazu, dass das GUM von heute nicht mehr den Besucherstrom verzeichnet, den es vor dem Zusammenbruch der UdSSR erlebt hatte.

Das GUM aus der 3. Etage-Perspektive

Die Ausmaße des GUM sind beachtlich. So besitzt das Gebäude eine Länge von 250 Metern, eine Breite von 88 Metern und vereint unter seinem Glasdach 3 Einkaufspassagen mit je 3 Verkaufsetagen. Dadurch weist das Kaufhaus eine Gesamtfläche von 69.000 m² aus, in der zahlungskräftige Kunden nach Lust und Laune ihrer Kaufleidenschaft frönen können.

Basilius-Kathedrale

Basilius-Kathedrale Basilius-Kathedrale

In südlicher Richtung des Roten Platzes findet sich die Basilius-Kathedrale bzw. korrekterweise: die Kathedrale des Basilius des Glückseeligen. Tatsächlich lautet der richtige Name jedoch: Maria-Schutz- und-Fürbitte-Kathedrale am Graben.

Zunächst befand sich an der Stelle der heutigen Kathedrale eine Holzkirche, welche jedoch im Jahre 1555 rückgebaut wurde. Anstelle ihrer ließ Zar Iwan IV. (1530-1584 ; auch Iwan der Schreckliche genannt) ein Steinbasilika errichten. Dem Ursprung nach war das Gebäude weiß und verfügte über Blattgold beschichtete Türme. Doch dann wurde das Gebäude im Laufe der Jahrhunderte mehrmals restauriert, Anbauten vorgenommen oder Neugestaltungen verfügt und so kam es schlussendlich zu seinem heutigen Aussehen. Den jetzigen Namen verdankt die Kathedrale Basilius, dem Seligen, über dessen Grab zu Ehren seiner Person im Jahre 1588 eine Kapelle errichtet wurde.

Die Basilius-Kathedrale (innen)

Gemäß der Legende nach soll Iwan IV. den Architekten nach Vollendung seines Bauwerkes gefragt haben, ob es möglich sei, noch einmal so etwas wunderschönes zu errichten. Dieser bejahte daraufhin die Frage und setzte hinzu, dass er sogar eine noch weit schönere Kathedrale erschaffen könne. Darüber soll der Zar so entrüstet gewesen sein, dass er dem Architekten das Augenlicht nahm, um zu verhindern, dass dieser jemals etwas vergleichbares an anderer Stelle bauen könne.

Klassenfoto vor dem Minin+Poscharski-Denkmal

Vor der Kathedrale befindet sich das Denkmal der russischen Nationalhelden Minin und Poscharski. Die Inschrift des Denkmals, welche da lautet: "Dem Bürger Minin und dem Fürsten Poscharski, das dankerfüllte Russland, 1818" erinnert an den Kampf der beiden Männer gegen die polnische Invasion im Jahre 1611, welche mit einem Sieg über Polen im Jahre 1612 beendet wurde.

Schülerinnen am Siegerdenkmal

Das Denkmal wurde für alle Russen zum Synonym der siegreichen Macht Russlands und zum Symbol des Sieges. So ist es nicht verwunderlich, dass ganze Schulklassen in die Innenstadt von Moskau pilgern, um sich vor dem Obelisken für ein Klassenfoto aufzustellen.

Die Gruduierte

So geben beispielsweise Graduierungen nach bestandener Prüfung an einer Schule die besten Anlässe, sich vor dem Siegerdenkmal zu positionieren und an der Seite der Gewinner zu posieren.

Spasskaya-Turm

Südostenmauer des Kreml mit Spasskaja-Turm

Gegenüber der Basilius-Kathedrale befindet sich die Südostmauer des Kremls. Bestandteil dieser ist der sogenannte Spasskaya-Turm mit der 6,12 m großen Turmuhr, welcher aus dem Jahre 1491 stammt. Näheres zu den Daten des Kremls kann der Rubrik "Moskauer Kreml" entnommen werden.

Lenin-Mausoleum

Das Lenin-Mausoleum

Des weiteren befindet sich gegenüber des GUM, direkt an der äußeren Ostseite der Kremlmauer das Lenin-Mausoleum. Das Mausoleum ist das jüngste Bauwerk des Roten Platzes und Begräbnisstätte des Vaters des Kommunismus, wie die russischen Bürger ihn nennen. Sein Name: Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin (1870-1924).

Nach dem Tode Lenins verfügte der damalige Führer der Sowjetunion Josef Wissarionowitsch Stalin (1878-1953) die Einbalsamierung des Leichnams. In folge dessen wurde Lenin, der selbst keinen Personenkult um seine Person wünschte, zunächst in einem Eichenholzmausoleum bestattet. Da dieses jedoch stark unter der Holzkorrosion litt, wurde 1930 entschieden, ein Steingebäude zu errichten. Dies war der Grundstein für das heutige Mausoleum, in welchem Lenin noch immer aufgebart ist. Vorbei an ein paar Wachsoldaten, die man in der Dunkelheit der Gruft fast übersieht, führt der Weg zum Kristallsarg des russischen Nationalhelden und Anführers der Oktoberrevolution.

Lenins Körper im Kristallsarg

Zwar wurde bereits mehrmals, so auch durch den früheren russischen Staatspräsidenten Boris Jelzin, erwogen, den Leichnam Lenins zu bestatten, doch konnte Jelzin diese Planungen nicht mehr zuende führen.

Nachtrag: Nach Stalins Tod wurde auch dieser vorübergehend im Mausoleum beigesetzt. Mit der Abkehr Chruschtschows vom Stalinismus (1961) verbannte man ihn allerdings wieder und setzte ihn an der Kremlmauer, in der Nähe des Mausoleums bei. Diese Ehre wird und wurde nur Persönlichkeiten zuteil, die sich gegenüber dem russischen Staat verdient gemacht haben. So finden sich dort beispielsweise die Gräber von Staatspräsidenten Leonid Breschnew und Juri Andropow, dem Dichter Maxim Gorki, dem Kosmonauten Juri Gagarin, der Kommunistin Clara Zetkin, dem KGB-Begründer Felix Dzierzynski, dem Konstrukteur der russischen Atombombe Igor Kurtschatow sowie Marschall Georgi Schukow.