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Religion

Das Original-Zeichen der Hindu-Dharma-Religion kann hier aus verfassungsrechtlichen Gründen leider nicht dargestellt werden

Bali ist eine hinduistische Enklave inmitten des vom Islam dominierten Indonesien. Zwar sind auch hier bekennende Moslems und Christen anzutreffen, jedoch besteht der grösste Teil der balinesischen Bevölkerung aus Hindus. Diese Religion kam zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert mit Kaufleuten aus Indien nach Indonesien. Bali selbst wurde erst im 16. Jahrhundert mit dem Vordringen des Islam neue Heimat der hinduistischen Adligen, Priester, Künstler und Intellektuellen.

Bei der balinesischen Religion handelt es sich jedoch nicht um die Form des Hinduismus, wie sie in Indien praktiziert wird, sondern vielmehr um eine eigenständige Religionsform, die von vielen verschiedenen Richtungen beeinflusst worden ist. So besteht die Hindu-Dharma-Religion, wie sie offiziell genannt wird, aus dem uralten animistischen Glauben der Balinesen, der mit Einflüssen des Mahayana-Buddhismus und des indischen shivaistischen Hinduismus gepaart wurde. Somit entstand eine völlig neue Form des "agama hindu ", der Religion des Wassers.

Tempel Ulun Danu

So gibt es beispielsweise auf Bali auch das Kastenwesen wie in Indien, jedoch verschwimmt dieses zusehends, da die Kasten auch untereinander heiraten. Die erste Kaste ist die der Brahmanen, die Priesterkaste. Sie ist die stärkste und wichtigste Kraft in der Gesellschaft. Als zweites gibt es die Ksatria, der die Könige angehören, gefolgt von der Wesya, in der die Krieger vertreten sind. Die Sudrakaste der Bauern und Fischer steht am Ende der Hirarchie. Ihr gehören fast 90% der Balinesen an. Kastenlose, wie in Indien, gibt es auf Bali allerdings nicht.

In einem Tempel in Mas - fotografiert mit freundlicher Genehmigung von I.B. Sutarja

Die Balinesen glauben wie die Menschen im hinduistischen Mutterland an die Wiedergeburt. Allerdings mit dem Unterschied, dass diese sich gewöhnlich innerhalb der Familie vollzieht.

Die Hindu-Dharma-Religion kennt fünf Grundprinzipien, die jeder Gläubige für sich verinnerlicht hat.

Das erste ist der Glaube an den Schöpfer, die große, ganze Energie, den einzigen und ewigen Gott.

An zweiter Stelle steht der Glaube an Atman, die ewig lebende Seele.

Als drittes kann der Glaube an das Kharma-Phala gezählt werden, das Gesetz des Kharma. Es beruht darauf, dass jede Aktion eine entsprechende Reaktion hervorruft. Aus diesem Grund sind die meisten Balinesen ehrliche Menschen, da sie im Fall einer Lüge oder eines Diebstahls damit rechnen müssen, selbst Opfer solch einer Handlung zu werden.

Viertens kann hier der Glaube an Punarbhawa, die Wiedergeburt erwähnt werden.

Abschliessend wäre noch der Glaube an Moksa, die Wiedervereinigung mit dem "Ewigen Geist" zu nennen, die jeden Gläubigen erwartet, wenn er seine Vollkommenheit erreicht hat. Bis er diese jedoch erlangt hat, wird er stets wiedergeboren.

Wie in Indien, so sind auch im balinesischen Hinduismus die mythischen Epen Mahabarata und Ramayana anzutreffen, die von den Taten und Leiden des Königs Rama und seiner Frau Sita erzählen.

Auch hier gibt es den Kampf zwischen Gut und Böse, Geistern und Dämonen.

Das Gute wird auf Bali in Form des Barong ausgedrückt, einem Dämon der den Menschen hilft. Das Böse wird durch die Dämonenhexe Rangda symbolisiert. Beide Seiten kämpfen stets miteinander. Am Ende jedoch gewinnt niemand.

Denn für die Balinesen ist eines absolut sicher: Das das eine nicht ohne das andere existieren kann. Aus diesem Grund werden auf Bali auch beiden Seiten des Lebens Gaben dargebracht, indem die Menschen sowohl den Dämonen der schwarzen als auch den Göttern der weissen Seite opfern. Und so leben sie in dem ständigen Bemühen, die Hamonie zwischen beiden Kräften herzustellen.